E-Payment ist ein fundamentaler Bestandteil des e-Business.
So sind auch Geschäftsmodelle in bestimmten Bereichen des e-Learning, bspw. Online-Tutorsysteme mit dynamischer
Auswahl der Lernmodule durch den Benutzer, auf integrierte Zahlungsverkehrslösungen angewiesen.
Käufer, Verkäufer und e-Payment Provider stellen hohe Anforderungen an die Verlässlichkeit von Zahlungsverkehrssystemen.
Wegen der neuartigen Aspekte vieler Modelle im elektronischen Geschäftsverkehr genügen Zahlungsverkehrslösungen
von der Stange, etwa Lastschrift- oder Kreditkartenzahlungen, häufig nicht den Bedürfnissen der Marktteilnehmer.
Der Workshop fokussiert eine auf tatsächliche und nachweisliche Verlässlichkeit ausgerichtete Methodologie zur
Konstruktion maßgeschneiderter Zahlungsverkehrslösungen. Diese Methodologie beruht auf Ergebnissen des vom
Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) geförderten Verbundvorhabens FairPay.
Neben dem Angebot zur Benutzung des FairPay Vorgehensmodells besteht das wesentliche Ziel darin,
den Austausch von Erfahrungen, Anforderungen, Methoden und Lösungen zum Thema Security Engineering im
Bereich e-Payment anzuregen.
Der Workshop behandelt die Konstruktion verlässlicher e-Payment Systeme unter dem Aspekt der Integration in Dienste und Produkte des e-Business im allgemeinen und des e-Learning im besonderen. Damit verknüpft der Workshop zwei zentrale Themen der LIT 2003.
Informationen und Materialien werden auf der FairPay Home Page veröffentlicht.
FairPay Vorgehensmodell
Das übergeordnete Ziel des Verbundprojektes FairPay besteht in der umfassenden
Verbesserung der technischen Infrastruktur zur Entwicklung
von Systemen des elektronischen Zahlungsverkehrs. Dies betrifft die
Fähigkeit aller beteiligten Parteien, innovative Entwicklungsmethoden und
Techniken einschätzen, auswählen und anwenden zu können.
FairPay fokussiert dabei auf eine Erhöhung der Sicherheit durch Schaffung eines
Vorgehensmodells, das
im Rahmen des allgemeinen Software Engineering integriert und
dadurch eine zukunftsweisende Methodik für das Security Engineering
im Bereich des elektronischen Zahlungsverkehrs bietet.
Im Rahmen des Workshops wird vermittelt, auf welche Weise das FairPay Vorgehensmodell die Konstruktion
verlässlicher e-Payment Systeme unterstützt.
Schwerpunkte sind
Es besteht heute weitgehend Einigkeit darüber, dass ein zentraler Beitrag in Bezug auf die Erhöhung der
Sicherheitsqualität von Software in der Verwendung von mathematisch objektivierten
Beschreibungsmitteln und darauf aufbauenden Analysetechniken besteht.
So genannte semiformale und formale Methoden in der Softwareentwicklung werden seit mehr als 30 Jahren untersucht.
Durch den Übergang zu einer mathematisch fundierten Syntax und Semantik ermöglichen sie den exakten Nachweis von
(Sicherheits-) Eigenschaften auf der Grundlage abstrakter Spezifikationen und damit vor der eigentlichen
softwaretechnischen Realisierung.
Die gegenwärtige Situation ist dadurch geprägt, dass sich vergleichsweise wenige grundlegende Modellierungskonzepte
herausgebildet haben, wie zum Beispiel
Abstrakte Datentypen, Zustandsübergangssysteme und temporallogische Beschreibungstechniken.
Diese allgemein verwendbaren Konzepte sind seit geraumer Zeit wohlverstanden und in jeder
Hinsicht konsolidiert.
Darüberhinaus ist mittlerweile eine große Vielzahl von speziellen, anwendungsorientierten
Techniken verfügbar.
Im Workshop werden relevante Ansätze zur transaktionalen Beschreibung von Systemen des elektronischen
Zahlungsverkehrs behandelt.
Semiformale und Formale Methoden haben bereits Eingang in die kommerzielle Praxis gefunden und ihre Tauglichkeit
für reale Entwicklungen bewiesen.
Der Einsatz solcher Methoden bei der Softwareentwicklung ist allerdings nur möglich unter Verwendung von Werkzeugen.
Dies gilt schon für die Spezifikation von Systemen, erst Recht aber für deren Analyse mit Hilfe von modellbasierten
Verfahren (Model Checking) oder maschinenunterstützter Beweisführung (Deduktion).
In FairPay sind verschiedene von den Verbundpartnern entwickelte Werkzeuge erprobt worden.
Ihre Integration in das FairPay Vorgehensmodell wird illustriert.
Die Marktentwicklung der letzten Jahre hat gezeigt, daß die Verläßlichkeit von Systemen des elektronischen
Zahlungsverkehrs einen wichtigen, aber keineswegs den einzigen kritischen Faktor für die Akzeptanz darstellt.
Es sei in diesem Zusammenhang nur auf die Schicksale von CyberCash oder eCash hingewiesen, an die sich heute
kaum noch jemand erinnert.
Aktuelle Studien belegen (zumindest für Deutschland) die Vorherrschaft traditioneller Zahlungssysteme
(Rechnung, Nachnahme, Lastschrift, Kreditkarte) im Internet.
Neuartige Zahlungssysteme werden sich wohl nur etablieren können, wenn die Anwender von der Integration in
innovative Geschäftsmodelle profitieren.
Die Verlässlichkeit neuer Zahlungssysteme muss daher im Zusammenhang mit den Bedürfnissen der Marktteilnehmer
diskutiert werden.
Hierbei sind allgemeine Forderungen wie die Zahlungsgarantie für den Verkäufer oder die
Stornierungsoption für den Käufer ebenso zu betrachten wie spezielle Rahmenbedingungen
des jeweiligen Geschäftsmodells.
Orientiert an aktuellen und zukünftigen Anwendungen wird im Rahmen des Workshops eine Diskussion in folgende
Richtungen geführt:
Donnerstag, 25. September 2003
14:30 - 15:30
Secure e-Payment Systems - Gibt es sie und wie werden
sie kontruiert?
Werner Stephan
Roland Vogt
DFKI GmbH
15:30 - 16:15
Sicherheit des elektronischen Zahlungsverkehrs in
Deutschland im Kontext regulatorischer Entwicklungen
Karsten Stroborn
IWW, Uni Karsruhe (TH)
16:30 - 17:15
Vorgehensmodelle und Modellierungsmethoden fuer die
Entwicklung sicherer e-Payment Systeme
Guido Wimmel
TU München
17:15 - 18:00
Kryptographie - Ein Überblick und zukünftige
Entwicklungen
Kai Wirt
TU Darmstadt
18:00 - 18:30
Diskussion
Freitag, 26. September 2003
09:00 - 9:45
IT-Sicherheit und Rechtssicherheit bei Zahlungssystemen
im Internet
Thomas Schöpf
TU München
9:45 - 10:30
Rechtssichere Vertraege als Grundlage fuer den
elektronischen Handel
Thomas Wabner
HTWK Leipzig
10:45 - 11:30
Formalisierung eines schuldvertragsbasierten
Modells des elektronischen Handels
Stefan Palme
Uwe Petermann
HTWK Leipzip
11:30 - 12:15
Sichere internetfähige Zahlungsverkehrsmodelle auf
Basis bestehender Infrastrukturen
Detlef Kraus
Ortwin Scheja
SRC GmbH
12:15 - 12:45
Abschlußdiskussion
Roland Vogt
Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) GmbH
Prüfstelle für IT-Sicherheit
Stuhlsatzenhausweg 3
66123 Saarbrücken
Detlef Kraus
SRC Security Research & Consulting GmbH
Graurheindorfer Straße 149a
53117 Bonn
Karsten Stroborn
Universität Karlsruhe (TH)
Institut für Wirtschaftspolitik und Wirtschaftsforschung (IWW)
Sektion Geld und Währung
Postfach 6980
76128 Karlsruhe